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Objekt lehkého opevnìní vz. 37 v Krkonoších

Wenige Kilometer hinter der Landesgrenze kann man bei Wanderungen oder Ski-Touren gelegentlich Betonstrukturen im Gelände entdecken. Mal versteckt in privaten Gärten, mal unter Moos und Unkraut - gelegentlich aber auch in offenem Gelände findet man verschiedene betonierte Unterstände, die zu dem Zweck errichtet wurden, die tschechoslowakischen Grenzen zu sichern.

Nur wenige historisch Interessierte kennen ihre Geschichte und die traurigen Ursachen, die zur Errichtung dieser Anlagen in den 30er Jahren führten:
Nachdem Adolf Hitler die Wahlen 1933 gewonnen hatte, mußte die junge tschechoslowakische Republik ihre Grenzen gegen einen überraschenden Angriff Deutschlands schützen.

Daher wurden zwei Konzepte entwickelt, die vorsahen, einerseits eine schlagkräftige mobile Armee aufzustellen, andererseits die Grenze zu befestigen. Jedes dieser Konzepte hatte Vor- und Nachteile. Ein mobiles Heer hätte auf einen Angriff flexibel reagieren können und es hätte durch entsprechende Tiefengliederung sehr wirkungsvollen Widerstand leisten können. Die Tschechoslowakei war jedoch zu klein, um eine Armee aufzustellen, die es mit der deutschen Wehrmacht hätte aufnehmen können.

Das andere Konzept hatte den entscheidenden Nachteil, daß in dem Falle, in dem feindliche Kräfte eine Befestigungslinie durchbrochen hätten, diese durch nichts mehr aufzuhalten gewesen wären. Dennoch entschied man sich für die zweite Variante, die Befestigungen so zu dimensionieren, daß ein feindlicher Vormarsch so lange verzögert wurde, bis die tschechischen Alliierten Großbritannien und Frankreich Beistand leisten konnten.

So war es auch die französische Maginot-Linie aus den frühen 30er Jahren, die die tschechoslowakischen Ingenieure bei der Entwicklung ihrer Landesbefestigung beeinflußte, was dazu führte, daß einige frühe Typbauwerke den französischen Vorbildern sehr ähnelten.

Es gab zwei verschieden stark befestigte Linien, die auf dieser Skizze kurz vorgestellt werden:

Plan der tschechoslowakischen Befestigungsanlagen vom September 1938

Typifizierte Kleinkampfbunker der Modellreihen Vz 36 und Vz 37 (die Abkürzung "Vz" steht im Tschechischen für "Modellnummer") wurden errichtet, um die Linie der schweren Befestigungsanlagen in ihren toten Winkeln zu ergänzen und überraschenden Angriffen zu begegnen, bis mobile Truppen in Stellung gebracht werden konnten.

Die Kleinbunker wurden vornehmlich dort eingesetzt, wo nicht mit Panzerangriffen zu rechnen war, so daß leichte Infanterieeinheiten in dem nicht panzergängigen Gelände mit möglichst wenig Menschen und Material wirkungsvoll behindert werden konnten. Die stärker bewaffneten mobilen Einheiten hatten dadurch die Möglichkeit, sich auf die gepanzerten Angriffe zu konzentrieren.

Die Kleinkampfbunker Modell 36 (vz.36)

Die frühen Kleinkampfbunker der Modellreihe 36 waren Nachbauten ähnlicher Bauwerke, die es in verschiedenen europäischen Ländern gab. Sie verfügten über eine bis drei Scharten für Maschinengewehre, die üblicherweise in  Richtung des erwarteten Hauptangriffes angeordnet waren. Die Bunker der Baureihe 36 sollten dann die Verzögerung gegnerischer Operationen in der Größenordnung weniger Stunden bewirken.

Diese Konstruktion hatte den entscheidenden Nachteil, daß die durch die Bewaffnung bedingten Schwachstellen in der Panzerung durch schwere Waffen direkt angerichtet werden konnten.
Somit war die Modellreihe 36 in einem modernen Krieg besonders leicht verwundbar.

Andererseits boten diese Konstruktionen besonders gute Sichtverhältnisse in Richtung strategischer Ziele, wichtiger Straßen oder sonstiger Infrastruktureinrichtungen.

Im Gegensatz zu den Kleinkampfbunkern der Baureihe 37 wurden die 36er Bunker nicht in langen, durchgehenden Linien - sondern separat oder in sehr kurzen Linien errichtet, um beispielsweise besondere Abschnitte wichtiger Straßen zu sichern.

Die Baureihe 36 gab es in den Bauformen A, B, C und E. Die Bauformen A und B sind jeweils mit zwei Scharten für Maschinengewehre des Typs Vz 26 ausgestattet, während die Bauform C mit drei und E mit nur einer Scharte ausgestattet sind. Die Eingänge sind mit Stahltüren verschlossen und für die Scharten gibt es 20 mm starke gepanzerte Verschlüsse. Die Wandstärken der Bauform A betragen 50 cm (Decke und Schartenwände) bzw. 20 cm für die Rückwand. Die Schartenwände der Bauformen B und C sind 60 cm stark; die Rückwände 30 cm. Besatzung:  4 bis 6 Mann.

Type A Type C

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Die Kleinkampfbunker Modell 37 (vz.36) - "Øopík"

Angesichts zunehmender Bedrohung durch schwere Waffen in modernen, motorisierten Konflikten, wurde deutlich, daß eine stabilere Konstruktion erforderlich war. Die Lösung des Problems bestand in der Konstruktion der Kleinkampfbunker der Modellreihe 37, die - abgesehen von ihrer Größe - in mancherlei Hinsicht großen Festungsbauwerken ähneln und dem Besucher wie "richtige Bunker" erscheinen. So wurden diese kleinen Werke in geschütteter Stahlbetonbauweise errichtet. Die Stärke der Moniereisen beträgt etwa 20 mm! Zum Schutz der Besatzung vor umherfliegenden abgeplatzen Betonteilen im Falle eines Treffers waren die Innenwände mit Rauhspundbrettern getäfelt und weiß gestrichen.

Der Feuerbereich dieser neuen Modellreihe zielt in die Flanke. Man muß sich das so vorstellen, daß die massive, außen mit einer mindestens 1 m starken Lage Felssteinen angeschüttete (Schutz vor Granaten) Rückwand mit einer Stärke von 80 cm in Richtung des erwarteten Hauptangriffes zeigt und der Feind erst beim Passieren der Bunkerlinie unter Beschuß genommen werden kann. Aus Tarnungsgründen ist die Feindseite (mit Ausnahme der Bauformen C und E sowie der schweren Kampfbunker) mit Erde angeschüttet und mit Gras bepflanzt, so daß diese Bunker aus der Sicht des Angreifers wie kleine Hügel erscheinen.

Nur sehr wenige Bauformen dieser Modellreihe besitzen eine Scharte für frontales Feuer. Wo diese Anordnung erforderlich war, sind die Bunker rückwärtig an Hängen errichtet, so daß ein feindlicher Beschuß im direkten Richten aus größeren Entfernungen weitgehendst vermieden werden konnte.

Für eine Selbstverteidigung mit den Hauptwaffen - den Maschinengewehren - waren diese Kleinkampfbunker nicht ausgelegt. Sie waren dazu auf die Hilfe des Nachbarbunkers oder mobiler Truppen angewiesen. Das erklärt auch die Anordnung dieser Bunker in einer bis drei und in Ausnahmefällen weiterer Linien. Der Abstand zwischen den Bunkerlinien betrug in Abhängigkeit vom Gelände ca. 150 bis 250 m. Der Abstand der einzelnen Bunker zueinander betrug etwa 100 bis 400 m.

Der Vorteil der Modellreihe 37 im Vergleich zur Modellreihe 36 bestand in ihrer großen Anzahl und der konstruktionsbedingt größeren Schwierigkeit, wirksame Treffer zu plazieren.

Die Kleinkampfbunker der Baureihe 37 wurden in nicht panzergängigem Gelände errichtet und dienten der Verzögerung in zeitlicher Größenordnung einiger Tage oder zur Ergänzung der Großkampfbunker in deren nichtbestreichbaren Räumen.

Es gab Pläne, weitere Kleinkampfbunker im Hinterland und für die Verteidigung Prags zu errichten. Von diesen Vorhaben sind aber nur sehr wenige realisiert worden.

Die Kleinkampfbunker der Baureihe 37 werden in Tschechien auch "Ropik" genannt. Diese Begrifflichkeit wurde aus den Anfangsbuchstaben des Befestigungsbaukommandos "ROP" (Reditelstvi opevnovacich praci) abgeleitet.

Type A-140 Type A-180 more resistance Type B1-80 Type B2-100 more resistance

Vz 37, Bauformen A, B and D. Es gab unter den alphanumerisch benannten Bauformen weitere Varianten, die sich in ihren Wirkungswinkeln unterschieden und entsprechend benannt waren: Vz. 37 A - 120, - 140, -160, -180, -200, -220.

Die am weitesten verbreitete Bauform ist die Bauform 37 A (mit ca. 85 % aller gebauten Kleinkampfbunker). Dieser Bunker hat 2 MG-Scharten für flankierendes Feuer nach links und rechts.

Die Decken- und Schartenwandstärke der Ropiks beträgt 60 cm. Die Wände des Innenverbaus sind 50 cm stark. Es gab auch abweichende Stärken, wenn es die Situation ausnahmsweise erforderte. Die Bunker sind mit jeweils einem Periskop für jedes MG bestückt (Fabrikat Srb & Stys, Prag). Zur Frischluftversorgung war neben der Scharte für die Eingangsverteidigung auf einbetonierten Trägern ein Ventilator installiert, der mit einer Handkurbel von einem Mann zu bedienen war.

Der Eingangsbereich war frontal mit einer Gittertür verschlossen, die im offenen Zustand Platz in einer flachen Nische fand. Die eigentliche Eingangstür ist eine etwa 1 cm starke Stahltür.Der Eingangsbereich wurde mit einer Scharte für Pistole bzw. Maschinenpistole verteidigt

Zur Außenverteidigung gab es noch ein Ausfallrohr für Handgranaten. Dieses Rohr ist schräg nach unten abfallend und mit einem massiven Verschluß versehen in die Eingangswand eingegossen. Besatzung: 7 Mann

Eine andere Bauform ist die Form 37 B mit einer flankierenden und einer frontalen Scharte. Wandstärken und Ausrüstungen entsprechen denen der Bauform 37 A.

Auch die Bauform 37 B erscheint mit unterschiedlichen Wirkungswinkelbereichen: Vz 37 B-80, -90, -100. Weiterhin unterscheidet man die Bezeichnungen B 1 (flankierende Scharte rechts) und B 2 (flankierende Scharte links). Besatzung: auch hier 7 Mann.

Vz 37 D ist eigentlich ein "halber" Vz 37 A, weil er nur über eine MG-Scharte verfügt. Diese Bunker wurden nur auf Anhöhen errichtet, wo Bunker der Bauform 37 A nicht errichtet werden konnten. In diesen Fällen wurden Kombinationen aus Vz 37 D1 (Scharte rechts) und Vz 37 D3 (Scharte links) errichtet. Besatzung der D-Variante: 4 Mann.

Type C1 Type E normal resistance Type D1 normal resistance Type D2 more resistance

Vz. 37 Bauformen C und E.

Diese beiden Typen verfügen jeweils nur über eine Scharte für flankierendes Feuer (Vz 37 E, 60 cm Deckenstärke, 50 Flankenwandstärke, 4 Mann Besatzung) und zur Verteidigung toter Räume in den Großfestungslinien für frontales Feuer (Vz 37 C; Schartenwandstärke 50 cm; Flankenwände 40 cm, 20 cm Innenwände; Decke nur als Witterungsschutz aus Zinkblech - ungepanzert; 3 Mann Besatzung).

Beide Bauformen waren mit der gleichen Ausrüstung ausgestattet.

Die Bauformen G und H wurden in jeweils nur einem einzigen Exemplar errichtet.

Die Modelle F, G und K wurden zur Aufnahme einer leichten Panzerabwehrkanone konstruiert. Auch im Modell H war regelmäßig eine Panzerabwehrkanone eingebaut.

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Autoren: T.Kamenský a J.Lakosil, aus dem Englischen frei übersetzt ins Deutsche: Guido Thürnagel

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